Da sowohl der südlichste Festlandszipfel Patagoniens wie auch der nördliche und westliche Teil der Insel Feuerland zu Chile gehören, führen alle Landwege ans Ender der Welt via Chile.

Also Ausreise Argentinien, Einreise Chile, in 2 Stunden sind die Grenzformalitäten erledigt.

Ja wie schafft nun unser ständiger Begleiter seinen ersten Grenzübertritt mit uns. Wir haben keine Probleme, er verhält sich unauffällig, er tut als ob er uns nicht kennt und schon hat er es geschafft.

Jetzt sind wir in Chile, aber auch hier, unendliche Weite und sonst nichts, einfach nichts außer Pampa,

ab und zu ein Gaucho auf seinem Pferd,

ein Hinweisschild,

ein Leuchtturm

und plötzlich endet die Straße im Wasser.

Samstag, 7. November 2009, 13 Uhr:

Wer nicht das Flugzeug benutzt muß eine Fähre nehmen

die das Festland von Südamerika

mit der Insel verbindet

und um umgerechnet € 25,- sind wir dann da.

Ja, wo sind wir?

Wir sind da!

"Tierra del Ruego", "Feuerland"!

Nur wenige Reiseziele enthalten so sehr die Sehnsucht nach Ferne, Einsamkeit, Stille und Wildnis.

"Tierra del Fuego", der tiefe Süden Südamerikas, ist ein weites wildes Land, in dem Auge und Seele noch freien Auslauf haben.

"Tierra del Fuego", wer die ursprünglliche Natur in atemberaubender Schönheit und die Abgeschiedenheit sucht, wird hier fündig.

"Tierra del Fuego", ein Archipel südlich der Magellanstraße, das für das "Ende der Welt" steht.

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte: "Das Ender der Welt ist nah!!"

Sehr nah, zumindest für uns und den Jimmy, 320 Kilometer.

Benannt wurde die Inselgruppe an der Südspitze Amerikas im Jahre 1520 von Vernando Magellanes, der bei seiner Ankunft zahlreiche Feuer an der wilden sturmumtobten Küste wahrnahm und deshalb dem Archipel den Namen Feuerland gab, interessiert hat sich zunächst niemand für das Land oder seine Bewohner. Diese Feuer waren für die damals dort ansässigen Indiovölker von existentieller Bedeutung, wohin sie auch gingen, stets hüteten die mit einem Umhang aus Tierfellen bekleideten oder auch gänzlich nackten Ureinwohner Ihre Feuer.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts zeigten die Europäer Interesse an Feuerland und erweiterten die Menschheitsgeschichte um ein trauriges Kapitel. Kapitän Fitz Roy fing einige Ureinwohner und verschleppte sie nach Europa, wo sie auf Jahrmärkten zur Schau gestellt wurden.

1850 begann die Besiedelung Feuerlands durch die Europäer,

1900 lebten von den tausenden Ureinwohnern nur noch einige hundert.

In nur 50 Jahren hatten es die Europäer geschafft, die ursprünglichen Bewohner Feuerlands auszurotten.

Als Ende 1990 schließlich die letzte Nachfahrin der Ureinwohner starb, starb mit ihr ein ganzes Volk und eine Sprache.