Irgendwo vor der Grundstückszufahrt steht ein ausgebranntes Auto,

irgendwo vor der Grundstückszufahrt queren hunderte Rinder den Weg

und irgendwo vor der Grundstückszufahrt galoppiert ein Faultier über die Straße.

Irgendwann vor der Grundstückszufahrt werden wir überholt

und irgendwann sind wir da. Das Grundstück ist eingezäunt,

am Grundstück gibt es 12 Hunde die es bewachen,

am Grundstück wohnt eine Familie die es bewacht. Die Familie, 2 Erwachsene, 2 Kinder, wohnt in einem Container.

Gekocht wird im Freien am offenen Feuer, die Küche ist im Freien auf leeren Ölfässern und Holzplatten, Sanitäranlagen gibt es noch nicht.

Die Einfahrt soll befestigt werden. Der erste LKW der kommt bringt Bauschutt, Ziegel, gutes Material.

Der zweite LKW der kommt soll Bauschutt bringen,

der bringt aber Müll,

er muß das Material wieder laden und abhauen damit.

 

 

Ja, ich habe eine Motorsäge mit dabei, gekauft vor 2 Jahren hier in Santa Cruz. Ich schneide hier am Grundstück Feuerholz und verkaufe anschließend dem Klaus die Motorsäge, unsere Motorsäge verbringt ihren Lebensabend hier in Bolivien.

Während der Ficus Benjamin in Österreich im Wohnzimmer im Blumentopf wächst steht er hier in freier Natur als riesiger Baum. Wir pflanzen an der  Grundstücksgrenze Ficus Benjamin, 200 Stück davon.

Zum pflanzen brauchen wir Humus, ein LKW kommt, handbeladen, er wird auch händisch abgeladen.

Das war’s auch schon wieder an Arbeit, essen, trinken und feiern ist angesagt.

Wöchentlich einmal wird im Bürogebäude im Stadtzentrum im Innenhof von den Büromitarbeitern für die Büromitarbeiter gegrillt, wo gibt es das in Europa.

Am Wochenende haben wir keine Köchin, wir lassen uns trotzdem bekochen,

wir fahren ins Restaurante.

Der Klaus der kennt sich aus in Santa Cruz, wir essen immer wieder mal was exotisches, oftmals steht dies nicht auf der Speisekarte.

 

Ja, was essen wir an exotischem so:

Wir essen Aguti, spanisch Jochi, ja was ist das?

Im Amazonasgebiet sind Agutis fast die einzigen Tiere, die mit ihrem starken Gebiß die harten Kapseln der Paranuß öffnen können, wie ihr bereits wißt. Agutis sind  Nagetiere die in Mittel- und Südamerika leben. Der wuchtige Kopf sitzt auf einem kurzen Hals und hat kleine, runde Ohren und große Augen. Agutis erreichen eine Kopfrumpflänge von 42 bis 62 Zentimetern und ein Gewicht von 1,5 bis 4,0 Kilogramm.

Agutis bewohnen Wälder, dichtes Buschland und Savannen, aber auch Felder und Plantagen. Agutis sind Bodenbewohner, deren Körperbau auf schnelles Laufen ausgerichtet ist, sie galoppieren im Bedrohungsfall davon.

Agutis sind Pflanzenfresser, sie verzehren Früchte, Nüsse, Blätter, Stengel und auch Wurzeln. Bei der Nahrungsaufnahme sitzen sie auf ihren Hinterbeinen und nehmen ihr Fressen in die Vorderpfoten, aus dieser Position können sie ohne großen Zeitverlust fliehen.

Einerseits weil sie des öfteren in Plantagen einfallen und andererseits wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches werden Agutis von Menschen gejagt. Die Zerstörung ihres Lebensraumes trägt neben der Verfolgung durch den Menschen dazu bei, daß sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN stehen. Agutis zählen also zu den gefährdeten Tierarten und hier in Bolivien werden sie als Wildgericht serviert, na dann „Mahlzeit!“.

Ja, was essen wir an exotischem noch:

Wir essen Gürteltier, spanisch Tatu, ja was ist das?

Gürteltiere sind mit 21 Arten ausschließlich über den südamerikanischen Kontinent und die südöstlichen Teile Nordamerikas verbreitet, wobei der Großteil der Arten sich auf Südamerika beschränkt. Hier in Südamerika ist auch der Ursprung der Gürteltiere anzusiedeln, der bis rund 58 Millionen Jahre zurückreicht. Ihre nächsten Verwandten sind die Ameisenbären und Faultiere.

Gürteltiere sind kleine bis mittelgroße Säugetiere mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 11 bis 100 cm. Hinzu kommt der Schwanz, der häufig die Hälfte der Körperlänge besitzt. Das Gewicht variiert ähnlich der Körpergröße und reicht von 100 g beim Gürtelmull bis zu 45 kg beim Riesengürteltier.

Als einzige bekannte Säugetiergruppe der heutigen Zeit verfügen Gürteltiere über eine knöcherne, äußere Panzerbildung. Charakteristisch ist der meist kräftig gewölbte Rückenpanzer, der fast die gesamte Körperoberfläche der Tiere bedeckt. An Vorder- und Hinterleib ist er häufig zu starren Rückenschilden verwachsen, dazwischen befinden sich zur Bauchseite offene, querverlaufende Ringe, die Gürtel , nach denen die Familie ihren deutschen Trivialnamen erhielt.

Verbindungen mit überlappenden Hautfalten gewährleisten eine erstaunliche Flexibilität. Auf der Oberseite ist der Kopf mit Knochenplättchen besetzt, die einen Kopfpanzer formen. Auf dem Bauch dagegen findet sich keine Panzerung.

Trotz des plumpen und scheinbar starren Körperbaus können sich die Gürteltiere erstaunlich flink fortbewegen. Einige Arten sind sogar gute Schwimmer, wobei sie vorher Luft in Magen und Darm pumpen, damit sie in ihrer Panzerung nicht untergehen.

Die Lebensweise der meisten Gürteltierarten ist kaum erforscht, vor allem die Fortpflanzung. Der Penis ist einer der längsten unter allen Säugetieren und erreicht bei einigen Arten im erigierten Zustand bis zu 50 % der Körperlänge, beneidenswert. Wegen des Körperpanzers wäre die Begattung ohne einen derart großen Penis nicht möglich.

Das Verhältnis der Menschen zu Gürteltieren ist ein zwiespältiges: Einerseits

werden sie geschätzt wegen ihres Fleisches und weil sie Insekten vertilgen, andererseits werden sie verfolgt, da sie gelegentlich Felder umgraben und Vogeleier fressen, sie werden innerhalb ihres gesamten Verbreitungsgebietes gejagt.

Manche Skelettteile werden auch als handwerkliche Rohstoffe verwendet.

Die Panzer der toten Tiere werden als skurrile Körbe an Touristen verkauft. Auch traditionelle Musikinstrumente wie die Charangos bestehen aus Panzerteilen einiger Gürteltierarten, deren Export aus den entsprechenden Herkunftsländern Bolivien und Peru jedoch verboten ist.

Hier in Bolivien wird Gürteltier als Wildgericht serviert, das zum Teil im Panzer angerichtet wird, na dann „Mahlzeit!“.

Das Essen ist noch nicht verdaut und schon finde ich folgende Meldung im Internet: „Zöllner finden Gürteltiergitarre in Postpaket:

Ein besonders geschmackloses Souvenir haben Zöllner vom Zollamt Düsseldorf in einem Postpaket aus Bolivien entdeckt. Eine Ukulele, deren Klangkörper aus einem ausgestopften Gürteltier besteht. Der Abholer, dessen Sohn das Paket in Bolivien während einer Urlaubsreise aufgegeben hatte, wußte nach eigenen Angaben nicht, daß sich die Ukulele darin befand. Gürteltiere sind nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt, da sie vom Aussterben bedroht sind. Ihre Einfuhr ist ohne Genehmigung verboten. Die Zöllner stellten die Ukulele zunächst sicher, den Einführer erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen eines Verstoßes gegen die Artenschutzverordnung.“